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Die Orgel: Geschichte und Anekdoten

Zu einer Kirche gehört eine Orgel.
Dieses Verständnis haben die Menschen nicht erst heute. Doch eingeweiht wurde die Gnadenkirche 1777 ohne Orgel. Dieses teure Instrument fehlte genauso wie der Turm mit seinen Glocken.
Zwei kostspielige Anschaffungen, die warten mussten und etwa im Zehn-Jahres-Rhythmus später ein- und angebaut wurden.

  Orgel-
Geschichte
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Anekdoten

Orgel-CD
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                                                die heutige - dritte Orgel - von 1995
Die erste Orgel von 1798
Glockenklang erscholl bereits 1788, Orgelmusik erst 1798.
Und diese Orgel war keinesfalls neu, sondern ein altes „Hündchen“. Joh. Jakob Wülfing aus Elberfeld machte sie der Gnadenkirche zum Geschenk. Aufgepeppt wurde sie – vielleicht durch Wülfing? – mit neu angefertigten Verzierungen am Gehäuse. Dass es bisher keine Orgelempore in der Gnadenkirche gab, war kein Hindernis. Die Gemeinde baute sie flugs ein: im Kirchturmgeviert. Die Orgel schmückte also die Wand über dem Altar, und der Organist musizierte für die Kirchenbesucher „unsichtbar“ hinter dem Pfeifenwerk im engen Turmstübchen.
      

Die zweite Orgel von 1827
Lange Freude hatte die Kirchengemeinde an dem alten Stück allerdings nicht: Sie ersetzte die Orgel bereits 1827 durch ein anderes Modell, weil sie unbrauchbar geworden war. Aber auch das neue Instrument war ein altes: Es kam gebraucht aus Vieringhausen bei Remscheid. Orgelbauer Schildbach setzte das Tasteninstrument instand und stellte es in der Gnadenkirche auf – für 20 Reichstaler. Sein Zustand war immerhin so gut, dass sich im Rahmen der Kirchenerweiterung ein Umbau der Orgel (1898 bis 1903) lohnte, durchgeführt von Ernst Seiffert aus Köln.


   

Dieses Foto entstand zwischen 1899 und 1951 und zeigt die zweite Orgel.
     

Die runderneuerte Orgel zieht 1951 zum neuen Standort
1951 bekam die Kirche bei einer umfassenden Restaurierung ein neues Gesicht und die Orgel einen neuen Standplatz. Sie zog vom Turmgeviert auf die Chorempore übers Portal, da der gesamte Turmraum Altarnische  wurde.
Da die Empore aus Holz und für die neue Aufgabe zudem zu klein war, wurde sie durch eine neue und größere Empore aus Eisenbeton ersetzt. Prospekt und Gehäuse der Orgel wurden erneuert, das Orgelwerk erhielt mit 16 Registern einen modernen Anstrich.

Die Neugestaltung der Kirche wird vor allem eine Freude für den Organisten gewesen sein. Da er meistens auch Chordirigent war, hatte er bisher während der Gottesdienste mehrfach zwischen Orgelempore und Chorempore wechseln müssen und eine besondere Technik entwickelt, damit dies zügig klappte: Er kletterte an der Orgel über eine Leiter auf den Dachstuhl, lief über den Köpfen der Gemeinde zur anderen Kirchenseite und erschien dort auf der Chorempore über eine andere Leiter von oben – wie der Heilige Geist höchstpersönlich.

   
Die dritte - und erste brandneue - Orgel von 1995
Als die Gemeinde die Gnadenkirche 1972/73 aufwändig renovierte, waren die Tage der bisherigen Orgel mit dem Orgelwerk der Opladener Firma Weyland gezählt. Die Eisenbetonempore wurde durch eine Stahlbetonempore ersetzt und die Firma Hammer aus Hannover baute 1975 die erste brandneue Orgel in der Geschichte der Gnadenkirche ein: mit 23 klingenden Registern aus Holz und Metall. Zwei Manuale, ein Koppelmanual, ein Pedal und 1650 Pfeifen in zwei Gehäusen (sie stehen platzsparend hintereinander) gehören zu diesem Instrument, das über eine elektrische Registertraktur über eine künstlerisch anspruchsvolle mechanische Traktur verfügt.

Die heutige Orgel, das dritte Modell, eingebaut 1995
  

Anekdote von den Renovierungsarbeiten in den 70ern:
Pfarrer Dr. Dr. Helmut Hochstetter und seine Gemeindemitglieder bauten die neue Empore ursprünglich zwei Meter tiefer in den Kirchenraum hinein, als sie heute misst. Das missfiel dem Landeskonservator: Die Empore musste zum Teil wieder abgerissen werden. Und die Chorsänger haben sich seither mit wenig Platz zu bescheiden.

    

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