Tipps&Termine

Mörike Performance
„ffflaumenleicht – Eduard Mörike nicht nur für Kenner“

eine außergewöhnliche Uraufführung am Sonntag, 12. September 2004, in der Gnadenkirche

Die Performance war eingebettet in die Eduard Mörike Festtage anlässlich des 200. Geburtstags des Dichters und Pfarrers. Die Festtage fanden in und an der Gnadenkirche statt und waren ein toller Erfolg:
Weltklassekonzert mit Original-Mörike-Flöte, Präses Nikolaus Schneider als Schirmherr und Gast, zudem eine fantastische Performance mit Pfarrer Thomas Werner als Mörike und zwei GL-Schauspielerinnen.
Infos und Programm


Die Performance
Eine Frau wird durch die Kirche geschleift, am Altar gellt der Schrei "O Gott!", es werden Trauben und Wein bei einem Picknick auf den Altarstufen verköstigt und mit roten Handschuhen gibt's sinnlich zwei-eindeutige Anspielungen.

Die beiden Bergisch Gladbacher Mimen Vladimira Plagens (Schauspielerin, Dramaturgin, Pantomimin) und Christine Hofmann (szenische Darstellung, Musik) haben eine ausgefallenes Konzept inklusive Text und Choreographie rund um die Antrittspredigt Eduard Mörikes erarbeitet und selbst dargestellt. Diese Predigt hatte Mörike zu Beginn seiner Pfarrerszeit in Cleversulzbach nördlich von Stuttgart gehalten. In der Gnadenkirche trug Pfarrer Thomas Werner sie wortgetreu vor. Doch eingesprenkelte Gedichte und die Darbietung der Frauen, die mal als Mutter, mal als Geliebte, mal als Alterego und mal als Verführung agierten, machten aus dem Abend eine Performance mit vielen Ebenen.
Ebenfalls wirkten mit: Charlotte Werner (Gedichtvortrag) und Susanne Rohland-Stahlke (Orgel).

Bericht über die Performance (erschienen auf www.kirche-koeln.de

   
Während in der Gnadenkirche gegen 17 Uhr die Zuschauer warten, machen sich Vladimira Plagens (links) und Christine Hofmann (rechts) für die Uraufführung bereit.
   
    
Pfarrer Thomas Werner beginnt - alias Eduard Mörike - seine Antrittspredigt von Cleversulzbach am Pult.
  
Plötzlich kommen zwei Frauen hinein in Biedermeier-Kleidung.

Sie setzen sich in die Bank . . .

Aber zuhören können die beiden nicht lange. Christine Hofmann agiert mal als Mutter, mal als Geliebte. Vladimira Plagens (rechts) schlüpft in die Rolle des zweiten Mörike-Ichs, seines Bruders und der Verführung.
   
Beide Frauen unterbrechen Mörike, reden in seinen Vortrag hinein, legen Hand an ihn.
  
Mörike holte bei seiner Antrittspredigt weit aus - erzählt unter anderem vom frühen Tod des Vaters, den die beiden Mimen parallel szenisch darstellten.
Die Altarblumen wurden zum Sargschmuck.
  
Minenspiel . . .
   
Bei der Mörike-Performance mit dem (echten) Vater schauspielerisch aktiv: Charlotte Werner mit einem Gedichtvortrag.
   
    
Vertauschte Rollen:
die Damen am Pult, die Damen am Altar, der Pfarrer innerlich zerrissen verdrängt.
   
Die Krawatte könnte gerade sitzen bei einer Antrittspredigt . . .
Und manchmal fehlt es dem Dichter an klarer Sicht.
    
Picknick im Grünen - auf den Altarstufen mit Trauben, Blumen und Wein.
  
Sinnlichkeit und Liebe beflügelten Mörike in vielen Gedichten, unter den Frauen gefiel ihm besonders die Landstreicherin Peregrina, eine Zigeunerin, die ihn nicht mehr los ließ, obwohl er sie wohl nur einmal traf. In der Gnadenkirche hüpft die Maid frivol aufs Pult und schaukelt dort oben keck mit den Beinen. "Willst du auch ein Brot?" den Antrittsrede-haltenden Mörike fragend.
   

    
Mörike verstrickt in Gefühlen und Empfindungen . . .
Und nun?

Mit diesem Foto geht die Performance auf der nächsten virtuellen Seite weiter.
Foto-Fortsetzung!
Fotos: Copyright Ute Glaser
Home     Nach oben