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Martin-Luther-Abend
zum 520. Geburtstag Luthers im Bergischen Löwen
anlässlich der Neuerscheinung des Kinofilms "Luther"
Montag, 10. November 2003

Es war ein schöner Zufall: Ausgerechnet an Luthers 520. Geburtstag gab es in Bergisch Gladbach den großen Luther-Abend.
Zu den Veranstaltern gehörten auch die Gnadenkirche und der Quirl e.V., deren Team einen Großteil der Organisation übernahm.

  
Im Zentrum des Abends stand der neue Kinofilm "Luther", der am 30. Oktober 2003 frisch in die deutschen Kinos kam.

Er hat Wurzeln nach Gladbach: Ulrich Schaeffer war Berater der Filmfirma. Sein Sohn Assistent bei der Realisation.
    

Wenngleich Moderatorin Doro Dietsch die Filmfigur als "weichgespülten Luther" und "Luther light" bewertete, fand er beim Publikum durchweg positives Echo. Die Standhaftigkeit Luthers faszinierte.
Msgr. Pfarrer Klaus Anders, kath. Kreisdechant und stellvertretender Vorsitzender des Ökumeneausschusses, machte den Anwesenden Mut, Luther ruhig "einen Held" zu nennen. "Von mir aus auch einen Heiligen." Das rücke die Protestanten dann auch wieder etwas näher an die Katholiken . . .

  

Für das musikalische Rahmenprogramm sorgte die Band "om buschman".
   
      


  

An den Film schloss sich eine Podiumsdiskussion über "Kirchenspaltung gestern und heute" an.
Besetzt war sie mit folgenden hochkarätigen Gästen:


>>> Dr. Hans-Georg Link, Ökumenepfarrer des Ev. Stadtkirchenverbands Köln
>>> Dr. Johannes Brosseder, Professor für kath. Theologie in Köln
>>> Lisa Potthoff, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft "Christen bei den Grünen"
>>> Claudia Posche, evangelische Pfarrerin am Altenberger Dom
>>> Msgr. Pfarrer Klaus Anders, kath. Kreisdechant und stellvertretender Vorsitzender des Ökumeneausschusses
>>> Alexander Thies, Produzent von "Luther" und Geschäftsführer der NFP teleart GmbH & Co. KG, Berlin
    

Diskussion
Thema der Diskussion war nicht, wie ein jugendlicher Zuschauer bedauerte, als er beherzt zum Mikrofon griff, die Person Luthers und seine Bedeutung, sondern es ging ausschließlich um das Thema Ökumene.
Bis 23 Uhr dauerte die Veranstaltung, nur wenige verließen den Löwen schon vorher.
   

Im Prinzip betonten alle Anwesenden, vor allem Claudia Posche als weibliche Pfarrerin, dass eine Einheitskirche von ihnen nicht gewünscht sei, stattdessen eine Gemeinschaft der Kirchen.
Gerade Dr. Brosseder forderte dazu auf, dies beispielsweise im gemeinsamen Abendmahl deutlich zu machen, damit Deutschland nicht länger "ein Schlusslicht in Europa" sei.
Lisa Potthoff betonte, dass gerade im politischen Raum für die Kirchen eine große Chance darin bestehe, mit einer Zunge zu sprechen. Ihre Geschlossenheit habe so größeres Gewicht.
Dr. Links Kritik (als ev. Pfarrer), die katholische Kirche werde im Film eher negativ, nämlich "wie im Mittelalter" dargestellt, schallte es aus dem Publikum entgegen, es sei ja auch Mittelalter gewesen.
Der katholische Pfarrer Anders sah das ebenfalls anders: Er habe sich viel mit dem Mittelalter beschäftigt und seiner Meinung nach zeichne der Film vom damaligen Papst noch ein relativ harmloses Bild. Zum Glück habe sich da heute etliches geändert, wenngleich der Film dazu ermahnen könne, nicht erneut Äußerlichkeiten in der Kirche - und in der Gesellschaft - über zu bewerten.

Film-Produzent Alexander Thies beeindruckte in seiner Gradlinigkeit viele Anwesende, nicht zuletzt auch durch sein Bekenntnis, dass die Arbeiten zu "Luther" seinen Blickwinkel zum Thema und zum Glauben verändert hätten.

v.l.: Lisa Potthoff, Alexander Thies, Doro Dietsch

Zum Film
Der Film "Luther" ist sehr gut besetzt und sehenswert, wenngleich das dargestellte Luther-Bild umstritten ist.
Zu den Schauspielern gehören unter anderem Joseph Fiennes als Luther und Claire Cox als seine Ehefrau Katharina von Bora. In weiteren Rollen: Alfred Molina (Johann Tetzel), Jonathan Firth (Girolamo Aleander), Sir Peter Ustinov (Friedrich der Weise, Kurfürst von Sachsen), Uwe Ochsenknecht als Papst und Bruno Ganz.
Mehr über den Film 

  

  

Zivi Olli vom Q1 als Tontechniker

Zwiegespräch: Dagmar Pelz (li.), Johanna Rahtgens

Schlussszene mit Rosen

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