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Strukturen im geordneten Chaos
Bericht des Kölner Stadt-Anzeiger
über die Ausstellung "Das verbindende Element"
Mittwoch, 12. März 2003
Von der Welt auf dem Wasser bis
zum Feuertanz im Foyer: Evangelische Kirchengemeinde zeigt Fotos von Wim Cox.
Bergisch Gladbach - Die Besucherin im Flur des
Gemeindehauses an der Gnadenkirche kämpfte mit der Technik. Der CD-Player mit
der Feuertanz-Musik war nicht auf Wiederholung programmiert; die Frau mit dem
Kopfhörer schon. Überhaupt waren die Besucher der Fotoausstellung, die zu den
Niederländischen Wochen in und um die Gnadenkirche zu sehen ist, nicht nur auf
visuelle Erlebnisse eingestellt. Die Hörstationen im Gemeindesaal, in der
Kirche und im Pfarrhaus waren stetig umlagert. Über Kopfhörer kann sich der
Ausstellungsbesucher den „aqua sonics“ hingeben, die der Leverkusener
Percussionist und Ex-„Om Buschman“ Tom Schäfer zu den Wasserbildern von Wim
Cox geschaffen hat. „Das verbindende Element“ hat der in Köln lebende Cox
seine Foto-Reihe genannt, die er vor sechs Jahren bereits bei den Vereinten
Nationen in Genf gezeigt hat. „Wasser kennt keine Grenzen. Es trennt und
verbindet zugleich“, hatte Gert Koshofer von der Deutschen Gesellschaft für
Photographie dort wie hier festgestellt. „Kreativität einigt die
Menschheit“, befand Cox dazu. „Das Wasser tut es auch.“ Zudem sei der
Kontakt mit dem Wasser, wie Moderatorin Ute Glaser auf der Vernissage bemerkte,
die erste menschliche Erfahrung überhaupt. Als „Fotograf der Stille und Poesie“ hat sich der gebürtige
Niederländer Wim Cox einen Namen gemacht. In seinen großformatigen Aufnahmen
will er dem Betrachter nicht nur natürliche Phänomene erschließen, sondern
auch Gefühle vermitteln. Auf Ausschnittsvergrößerungen oder nachträgliche
Bildbearbeitungen verzichtet der Purist. „Die Natur ist der größte Maler“,
befindet Cox. „Sie kennt nur reale Farben.“ Digitale Technik macht er sich
nur zunutze, um die Aufnahmen auf Stoff zu drucken. Trotz aller innewohnender Dynamik haben sämtliche
Wasserbilder stark meditativen Charakter. Besonders deutlich wird dies in den
Kalenderblättern im Pfarrhaus. Da scheint im August ein Leonidensturm über das
Wasser zu ziehen und präsentiert sich das Julibild als Symbiose konkurrierender
Elemente: Feuertanz auf dem Meer. Da funkelt und glitzert es, ergeben sich ungewöhnliche
Strukturen im geordneten Chaos von Wasser, Wind und Wellen. Abgerundet wird die Schau durch „leise Begleittexte“
aus der Feder von Paul Cox. Der Bruder des Fotografen hat sich als Filmregisseur
einen Namen gemacht. Besondere Wirkung entfalten die Fotos auch im
lichtdurchfluteten Gemeindesaal sowie in der Gnadenkirche. Auf jeden Fall sind
die Aufnahmen auch ein Mahnmal für die Erhaltung natürlicher Ressourcen und
prangern in ihrer ganzen Schönheit, wie Paul Cox formulierte, die
„unverhohlene Zerstörung dessen“ an, „was unsere Träume nährt“. „Das verbindende Element“
Die Fotos von Wim Cox sind noch bis 31. März in der Gnadenkirche, im
Gemeindesaal sowie in dem Räumen im Pfarrhaus zu sehen. Öffnungszeiten:
montags und mittwochs von 9 bis 11.30 Uhr, dienstags von 15 bis 17 Uhr,
donnerstags von 18 bis 20 Uhr, sonntags von 10 bis 12 Uhr sowie nach
Vereinbarung: 01 72 / 92 04 30 8.
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