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Die Geschichte: Die Glocken der Gnadenkirche haben eine lange
Tradition. Überdies wies der Bezirk auf die Bedeutung von
Kirchenglocken als Kulturgut hin, indem er eine Klangperformance
unter dem Titel "Hör' mal!" durchführte: |
Pfarrer der Gnadenkirche Namensliste
Gründung Glocken-Geschichte |
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Pfarrer
Thomas Werner im Glockenstuhl
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Die Hoffnung ging zuletzt in Zahlung In den Annalen der Kirche kann man Folgendes nachlesen: Als erste evangelische Kirche Bergisch Gladbachs erhielt die Gnadenkirche 1778 die Erlaubnis, öffentliche Gottesdienste zu halten. Zehn Jahre später, 1788, durften mit der „Turm- und Glocken-Freiheit“ auch ein Glockenturm gebaut und Glocken geläutet werden. Schon im selben Jahr - man hatte weitsichtig vorausgeplant - wurden zwei Glocken geweiht (400 und 250 Kilogramm schwer), die bis 1891, also 103 Jahre lang, zum Gottesdienst riefen. Im Jahr 1891 wurden drei neue Glocken geweiht und im Turm aufgezogen. Andreas Hamm aus Frankenthal goss die Tonreihe Fis, Gis, Ais. Die Glocken erhielten Namen und Inschriften: Fis, die „Liebe“, mit der Inschrift „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden“ war 595 Kilogramm schwer und hatte einen Durchmesser von 1,08 Metern; Gis, der „Glaube“, mit der Inschrift „Kommt, denn es ist alles bereitet“ wog 424 Kilo bei einem Durchmesser von 94 Zentimetern; und die kleinste Glocke mit Schlagton Ais, die „Hoffnung“, erhielt die Worte „Bete und arbeite“ (Gewicht 300 Kilo, Durchmesser 84 Zentimeter). Damit enden die Aufzeichnungen. Bei der Ortsbesichtigung im Glockenturm gelangen wir über zwei enge Treppen auf den Dachboden des Küsterhauses. Von hier aus führt eine alte Leiter in die Glockenstube. Der Platz ist eng. Pfarrer Werner kriecht durch das Holzgebälk. Zwei angegriffene Glocken hängen dort. Sie haben eine sehr raue Oberfläche. Man könnte meinen, sie seien verrostet, wüsste man nicht, dass Bronze nicht rosten kann. Die Inschriften stimmen teils mit den in der Aufzeichnung genannten überein, aber die Durchmesser der Glocken sind viel größer als erwartet. Aufklärung liefert erst die Recherche im Archiv der evangelischen Kirche. Danach wurden im Mai 1917 die Bronzeglocken beschlagnahmt, da das Metall für Kriegszwecke verwendet werden sollte. Sie läuteten zum letzten Mal am 1. Juli 1917 bei einer Glockenabschiedsfeier. Nach Kriegsende dokumentierte die Bleihütte Kall / Eifel am 1. Februar 1919, dass die beiden großen Glocken eingeschmolzen worden waren. Die kleinste Glocke, die „Hoffnung“, blieb der Gemeinde zunächst erhalten. Nach langen Verhandlungen wurden zwei neue Glocken gegossen und am 23. Januar 1921 geweiht und aufgezogen. Das Bemerkenswerte: Die Glocken wurden aus Kostengründen nicht aus Bronze, sondern aus Stahl gegossen. Sie wurden von derselben Glockengießerei Ulrich und Weule aus Apolda gefertigt, die 1923 die Petersglocke des Doms, „de decke Pitter“, herstellte. Wahrscheinlich hat der Turm der Gnadenkirche heute in der Glockenstube weder den Platz noch die statische Tragfähigkeit für eine dritte Glocke. Pfarrer Werners Klangempfinden im Bezug auf seine Glocken erhält Bestätigung, denn der Streit um die Qualität von Stahlglocken im Vergleich zu Bronzeglocken dauert bis heute an. Meist klingen Stahlglocken härter und mächtiger als ihre sanfteren Schwestern. Ein internationaler Fachmann urteilte 1950: „Eine Gemeinde, die in jeder Hinsicht erstklassiges Geläut wünscht, wird ein Bronzegeläut erwerben und den ärmeren Gemeinden die Stahlgußglocken überlassen . . . Die Güte der Herstellung ist dabei immer entscheidender als der verwendete Werkstoff.“ Heute verwenden Glockengießereien ausschließlich Bronze. Immerhin hatte der Einsatz von Stahlglocken für
die Gnadenkirche den Vorteil, dass 1942 bei der erneuten Beschlagnahmung von
Bronzeglocken für Kriegszwecke diese Glocken verschont blieben. Sie tun bis
heute ihren Dienst. Angeregt durch die Beschäftigung mit den Glocken
entwickelte Thomas Werner die Idee, einmal digitale Installationen vom Kirchturm
läuten und klingen zu lassen. Vermutlich würde eine solche Performance das
Bewusstsein für die vertrauten, 84 Jahre alten Klänge verstärken. Glocken-Infos In St. Heribert in Köln-Deutz wurde in diesem Jahr ein Geläut aus sechs Glocken zusammengestellt, die aus Schlesien und Ostpreußen stammen. Sie wurden im 15. bis 17. Jahrhundert gegossen und in ihren Heimatgemeinden im Zweiten Weltkrieg von den Türmen geholt. Diese und andere Glocken, die dann doch nicht für Kriegsgerät gebraucht wurden, sammelte man auf dem Hamburger Glockenfriedhof. In den 50er Jahren erhielten Gemeinden aus Euskirchen und Deutz je zwei von dort als Leihgaben. Jetzt wurden sie für die Deutzer Kirche zu einem historischen Geläut zusammengestellt. (jeg) |
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Dieser Klöppel der kleinen Glocke war 2001 abgebrochen und hinabgestürzt. Ein neuer wurde geschmiedet. |
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