Als Pfarrer in Südafrika (1956 - 1964) ...

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Kapitelübersicht
 

Schlussbemerkungen

 

Unsere Entscheidung, 1964 vertragsgerecht zurückzukehren, war im wesentlichen damit begründet, dass wir unseren Kindern eine, wenn möglich humanistische Schulausbildung in Deutschland zukommen lassen wollten. Außerdem erwarteten mein betagter Vater (meine Mutter war 1959 nach langer schwerer Krankheit verstorben) und meine Schwiegereltern ungeduldig unsere Heimkehr.

Im Oktober 1964 erreichten wir das Rheinland, wo wir zunächst bei meinem Vater und meinen Schwiegereltern in der Hoffnung Quartier bezogen, dass ich bald eine neue Gemeinde finden würde.
Die erste Begegnung mit den Vertretern der Kirchenleitung
in Düsseldorf verlief diesbezüglich enttäuschend, als meine Erwartung, eine Pfarrstelle präsentiert zu bekommen, nicht erfüllt wurde. Dies insbesondere, weil ich den Termin meiner Rückkehr rechtzeitig bekannt gegeben und mich auf die Zusage verlassen hatte, dass eine „angemessene“ Pfarrstelle bereitgestellt würde. Zweifellos wäre es besser gewesen, wenn ich selbst mich um eine Pfarrstelle schon von Südafrika aus bemüht hätte.
So musste ich jetzt das Versäumte nachholen , um noch
vor Anbruch des Winters eine dauerhafte Bleibe für meine Familie und mich zu finden.

Durch die Vermittlung eines Studienfreundes gelang es mir schließlich eine offene Stelle zu finden. Noch vor den Weihnachtstagen des Jahres 1964 wurde ich auf die dritte Pfarrstelle der Kirchengemeinde Essen-Holsterhausen gewählt, die ich bis zum Eintritt in den Ruhestand bekleidete. Gleichzeitig konnten wir damals - dank des besonderen Einsatzes des damaligen Gemeindeamtsleiters - in das renovierte Pfarrhaus einziehen. Am 30. Januar wurde ich in Essen-Holsterhausen eingeführt und wähnte mich glücklich nach acht Jahren als pastoraler „Einzelkämpfer“ nun mit Kollegen zusammenarbeiten zu dürfen.

Dort errichteten wir im Jahr 1972 ein neues Gemeindezentrum mit vielen Nebenräumen und Begegnungsstätten.
Der dortige Gottesdienst im „Melanchtonzentrum“ fand
sonntags von 11.00 bis 12.00 Uhr statt. Um den Gemeindemitgliedern die Möglichkeit zu bieten, dass sie danach noch zu Gesprächen beisammen bleiben konnten, und damit auch für das leibliche Wohl gesorgt war, wurde ein gemeinsames sonntägliches Eintopfessen eingeführt. Gegen eine kleine Spende wurde eine nahrhafte und leckere Nudel-, Reis- oder Bohnensuppe wurde mit frischen Brötchen gereicht. Das Sammelkörbchen war immer voll, und wir hatten nie ein Minus. Bald hieß es daraufhin an jedem Sonntag nach dem Gottesdienst: „Ist heute wieder der 'Fromme Löffel' geöffnet?“

War ich dort angekommen, wo ich hin gewollt hatte?

Vor unserer Abreise nach Südafrika im Jahr 1956 sagte mir der alte Oberkirchenrat Hasenkamp, der vor dem 1. Weltkrieg in Swakopmund, in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwest-Afrika“ als Auslandspfarrer gearbeitet hatte:

„Wer einmal unter der Sonne Südafrikas gelebt hat,
kommt nie
mehr davon los!“

 
Im Nachhinein kann ich das nur bestätigen.

Daher erschien es meiner Frau und mir als großer Glücksfall, dass wir zusammen mit zweien von unseren Kindern die Möglichkeit hatten, im Zusammenhang mit der von mir vorbereiteten Studienreise des Studiochors Essen im Jahr 1976 nach Südafrika zu reisen, und dabei auch die Stätten unseres früheren Wirkens wiederzusehen. Bei unserer Ankunft bereiteten viele Mitglieder der Gemeinden von Vandebijlpark, Sasolburg, Vereeniging Potchefstroom und Groenvlei dem Chor und uns einen begeisterten und herzlichen Empfang.
Enttäuschend für mich allerdings war, in welchem Zustand
sich vor allem die kirchlichen Gebäude in Vanderbijlpark befanden.

Nach der Rückkehr von dieser, trotzdem schönen Reise, und im zeitlichen Zusammenhang mit der Superintendenten-Wahl in Essen erschien ein anonymer Artikel in einem der autonomen Szene zuzuordnenden Pamphlet, dem sogenannten „Fluchblatt“. Dieser Bericht setzte sich in ehrverletzender und verleumderischer Art und Weise mit der Reise des Studienchors und meiner Tätigkeit in Südafrika auseinander. Diesen Rufmord habe ich jahrelang nicht verkraftet, zumal die von mir diesbezüglich angesprochenen Vertreter der Kirchenleitung sich ihrer Fürsorgepflicht mir gegenüber entzogen.

1984 feierten die Gemeinden des sogenannten Vaal-Dreiecks den 25. Jahrestag ihres Bestehens, da sich die Gemeinden Vandebijlpark, Vereeniging und Sasolburg im Jahr 1959 zu einem Gemeindeverband zusammengeschlossen hatten.
Da zu dieser Zeit drei unserer Kinder studierten, konnten
meine Frau und ich der Einladung nach Südafrika aus finanziellen Gründen nicht folgen. Auch mein diesbezüglicher Antrag beim kirchlichen Außenamt in Frankfurt auf Beihilfe für diese Reise wurde abschlägig beschieden.

Trotzdem sind meine Familie und ich bis heute zu unserer alten Gemeinde in Südafrika natürlich in freundschaftlicher und herzlichster Weise verbunden!

 

Braubach am Rhein, im Sommer 2004

Pfarrer i.R. Kurt Werner
Charlottenstraße 87
D-56338 Braubach am Rhein / Germany
Fon 0049 - 2627 / 86 96

Mehr Bilder und Infos über Pfarrer Thomas Werner: pfarrer-werner@kirche-koeln.de

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Titel
Kindheit, Jugend, Studium, Anstellungszeit in Deutschland
Auftrag und Berufung nach Südafrika
Anreise
Ankunft
erste Aktivitäten
das erste Pfarrhaus
Gemeindestrukturen im Vaal-Dreieck
Groenvlei und Potchefstroom
Bau der Lutherkirche / Vanderbijlpark
Glocken und Inventar der Lutherkirche / Vanderbijlpark
die "Deutsche Schule"
zur "Apartheid"
Bau des Pfarrhauses neben der Lutherkirche / Vanderbijlpark
Deutschland-Urlaub
Bau des Gemeindesaals / Vanderbijlpark
Bau der Lutherkirche / Potchefstroom
Ende der Dienstzeit in Südafrika
Resümee
Anekdote
Schlussbemerkungen
Das komplette Büchlein im pdf-Format

 

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Kontakt und Infos
Pfarrer Thomas Werner
Quirlsberg 2
51465 Bergisch Gladbach
Fon (0 22 02) 3 08 71
Fax (0 22 02) 25 32 46
E-Mail pfarrer-werner@netcologne.de

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